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OU Bermatingen
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Abs. Name Datum : Strasse 88697 Bermatingen
An das 72072 Tübingen
Betreff: Einwendungen im Planfeststellungsverfahren L205 OU Bermatingen
Sehr geehrte Damen und Herren!
2. Einwendungsgründe
Durch die Kette der geplanten Ortsumfahrungen Friedrichshafen-West, Kluftern, Markdorf-Süd, Bermatingen, Neufrach-Süd und -Nord entsteht eine für den überregionalen Verkehr attraktive „Hinterland-Trasse aus verknüpften Ortsumfahrungen“. Damit entsteht auch eine (Transit-) Entlastungsstrecke zur B31, die viel neuen Verkehr in unser Tal lenkt. Die Planung ist dahingehend zu überarbeiten, daß die Attraktivität der Ortsumfahrungen für den überregionalen Transitverkehr gesenkt wird, z.B. durch Verzicht auf hochleistungsfähige Kreuzungsbauwerke wie den "Haslacher Knoten" zwischen B33 und Ortsumfahrung, sowie durch eine Reduzierung des Fahrbahnquerschnittes auf ein Maß, das für eine kleine regionale Ortsumfahrung angemessen ist Zitat aus den Unterlagen zur Bürgerinformation zur OU 2003 : „...Die L 205 neu ist Teil des Netzkonzepts Planungsfall 7......... Sie kann allerdings erst gebaut werden, wenn sichergestellt ist, dass der Verkehr von der Südumfahrung Markdorf (früher L 205 neu, jetzt K 7743 neu) abgenommen werden wird“. Da ist ja nun noch vieles nicht sichergestellt. Die Ortsumfahrung Bermatingen wird in den Planfeststellungsunterlagen nicht im funktionellen und zeitlich gegliederten Zusammenhang mit den Ortsumfahrungen zwischen Friedrichshafen-West und Neufrach und der B31neu 7.5 dargestellt. Wie ändern sich die Verkehrsbelastungen für die Gemeinde Bermatingen-Ahausen im Laufe der Zeit bis 2025 unter verschiedenen Annahmen: o Alle o. a. OU’s kommen gleichzeitig, B31neu, 7.5 existiert nicht
Mein Naherholungsgebiet wird zerschnitten, verlärmt und damit stark entwertet. Wo befinden sich Alternativen und wie komme ich da ohne Auto hin? Weshalb liegt die Trasse vorwiegend in lärmfördernder Dammlage?
Die dauerhafte Versiegelung von mehr als 60.000 m² Boden durch die Ortsumfahrung und die Entwertung weiterer 80.000m² durch Straßennebenflächen passt nicht zur Auflage der Landesregierung, Bodenversiegelungen und Flächenverbrauch zu minimieren. Daher fordere ich, daß die Ortsumfahrung deutlich flächensparender geplant wird, z.B. durch Reduzierung der sehr langen und hohen Dammlagen. * Querungen für Landwirtschaft
Bitte erklären Sie, weshalb die aus Gründen der UVP’s verworfene und in unserem Bereich weitgehend ähnliche Trassenführung der A98 und der P7 2a jetzt wieder vorgeschlagenen wird und keine umweltfreundlichere? Die Südumfahrung Markdorf wird nahezu zu 100% in einer Einschnittslage geführt, was nachvollziehbar mit Lärmschutz und der geringeren Verbreitung der Schadstoffe auf benachbarte Flächen begründet wird. Warum wird die benachbarte OU Bermatingen dann aber überwiegend in Dammlage geführt?
Die Lärmberechnung für den speziellen, aber häufigen Fall „Inversionswetterlage bei Bermatinger Topographie" fehlt und muß erstellt und in die Trassenplanung einbezogen werden.
In den Planfeststellungsunterlagen Kapitel 1.2 „Allgemeinverständliche Zusammenfassung“, darin Kapitel 3.1.3 „Lärm“ findet man auf S. 50 zur „Innerortssituation“ nach Fertigstellung der Ortsumfahrung: „Die Vorsorgewerte gemäß §16 BIMSchV werden entlang der Ortsdurchfahrt noch immer überschritten (was insbesondere aus den Mehrfachreflexionen aus der beidseitig heranrückenden Bebauung resultiert“. Welche Maßnahmen werden von wem veranlasst und bezahlt, um die Grenzwerte nicht mehr zu überschreiten?
* Andere Trassenführung wegen Altlastgebieten Es erfolgen Baumaßnahmen über hoch stehendem Grundwasser, zu dessen Fließrichtung aus der Vergangenheit widersprüchliche Gutachten in der Gemeindeverwaltung vorliegen. Zur Erinnerung sei darauf hingewiesen, das westlich von Bermatingen für viele Jahre die Kreismülldeponie betrieben wurde und dass sich deren Ab- und Sickerwässer nach wie vor z.T. in das Grundwasser absenken. Zusätzlich wurden viele aufgelassene Lehmgruben im Nahbereich der Ziegelei viele Jahre als wilde Müllgruben genutzt. Ältere Bewohner der "Siedlung" und der Ziegeleistraße erinnern sich, daß dort in den 70er Jahren auswärtige Gewerbetreibende diverse Chemikalienfässer und Müll entsorgten. Jede Bautätigkeit über diesen nicht dokumentierten Altlasten in einer grundwasserhaltigen Region kann bei Erdarbeiten unkontrollierbare Auswirkungen zur Folge haben. Ich bestehe daher auf einem detailiertem Gutachten mit zahlreichen Bodenproben, das konkret auf die geschilderten Umstände eingeht oder auf einer deutliche Verlegung der Trasse aus diesem heiklen Bereich. Mit einer Bermatinger Ortsumfahrung und deren Anbindungsknoten auf der innerörtlichen Gemeindeverbindung K 7749 ergibt sich eine Verkehrsbeziehung Mühlhofen-Markdorf über die K 7782, eine PKW-Pendlerroute aus dem Salemer Raum, Schwerverkehr aus dem Neufracher Gewerbegebiet und von der Ahauser Firma Wiedemann auf diesen Knoten. Dadurch erhält die Gehrenbergstraße in Ahausen einen deutlich erhöhten Verkehr mit hohem LKW-Anteil. Im Erläuterungsbericht werden keine Maßnahmen angesprochen, die diese Verschlechterungen der innerörtlichen Situation in Ahausen kompensieren könnten.
* Smog- und Feinstaubbelastungen bei Inversionswetterlagen Die verkehrsbedingten zusätzlichen Smog- und Feinstaub-Belastungen des Tales sind bei den häufigen Inversionswetterlagen quantitativ nicht berücksichtigt worden und sind nachzuliefern.
* Unterhaltungskosten werden nicht benannt Leider sind in den Planungsunterlagen keine Kosten für den Unterhalt der Ortsumfahrung, speziell der 11 zusätzlichen Bauwerke der L205neu, genannt. Diese Belastungen müssen aber, auch im Hinblick auf die künftige Generation, erkennbar sein! Auch das ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage! * ÖPNV wird geschädigt und als Alternative gar nicht erst untersucht Eine Bermatinger Ortsumfahrung im Verbund mit den weiteren, geplanten Ortsumfahrungen schädigt das Passagieraufkommem für den ÖPNV, weil für Pendler die PKW-Nutzung attraktiver wird. Eine genaue Analyse zu dieser Verkehrverlagerung fehlt in den Planfeststellungsunterlagen. Prinzipiell stellt sich bei der Ortsumfahrung Bermatingens, die auf ihrer gesamten Länge unmittelbar neben einer mit bis zu 160 km/h befahrenen Bahnlinie verläuft, die Frage, ob mit der Investition des Geldes in den ÖPNV nicht mehr Verkehrsprobleme gelöst und Umweltprobleme vermieden werden. Wäre es nicht viel wirtschaftlicher und globalen Zielstellungen wie der CO2-Minderung dienlicher, die vorhandene Bahnstrecke durch Elektrifizierung oder zweigleisigen Ausbau zu ertüchtigen, zumal viele Bauwerke und der Bahndamm selbst ohnehin schon für ein zweites Gleis vorbereitet sind? Lt. Landtag von Baden-Würtemberg, Drucksache 14/921 v. 12.02.2007 liegen die Baukosten der Südumfahrung Markdorf bei mindestens 11 Mio. Euro, die der Umfahrung Bermatingen bei 8,3 Mio. Euro. Dem stehen Elektrifizierungskosten eingleisiger Strecken von 0,6 Mio €/km gegenüber. Mit den Aufwendungen für die beiden in Summe ca. 8 km langen Ortsumfahrungen ließen sich folglich ca. 25 km Eisenbahnstrecke elektrifizieren. Die Bahnhofsbereiche von Orten wie Salem, Bermatingen, Markdorf zeichnen sich durch große, zum Parken von jeweils mehreren 100 PKW geeignete Brachflächen aus. Der Aufbau eines Park & Ride-Systems wäre folglich ohne wesentliche weitere Investitionen möglich. Das Fehlen diese Abwägungen in den Planfeststellungsunterlagen ist ein schwerwiegender Mangel, der nachgebessert werden muß.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 01. August 2009 um 16:46 Uhr |



