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Aus
der Denkschrift zum Straßenbau im Bodenseekreis
Zum Thema „Hinterland-Trassen“ :
Es gibt bereits eine „Transit-Hinterlandtrasse aus Bundesstraßen“.
Es ist die B31 ab Freiburg, vorbei an Donaueschingen, die A81
kreuzend über die Bundesstrassen B311/B312 ( Tuttlingen – Meßkirch
– Herbertingen – Riedlingen ) nach Ulm/Memmingen. Der forcierte
Ausbau dieser Route war u.a. in der letzten Legislaturperiode
Bestandteil der Koalitions-vereinbarung zwischen CDU und FDP im Land.
Sehen Sie doch mal auf eine Karte, die mehr als den Bodenseekreis
zeigt und treten innerlich drei Schritte zurück : wo wird ein
verantwortungsbewußter Verwaltungsbeamte oder Verkehrspolitiker das
knappe Geld einsetzen? In den Ausbau eines vorhandenen
Straßenzuges oder in die noch nicht einmal baureif geplanten und bei
den Verwaltungsgerichten ausgestrittenen Neubau-Trassen des
Bodenseekreises ? Die Fakten sprechen für sich. Dieser Straßenzug
wurde und wird kontinuierlich und zügig ausgebaut ( z.B. mit
Wanderbaustellen zur Dreispurigkeit der B31 zwischen Freiburg und
Engen; die zwei fertigen Dögginger B31-Tunnel; der 950m-Tunnel im
Süden von Tuttlingen, der die B311 und B14 bündelt; die
leistungsfähige Umfahrung des kleinen Dorfes Neuhausen ob Eck plus
in der realen Bauplanung weitere Ortsumfahrungen auf dieser Linie wie
aktuell Herbertingen. Und vor Erbach, südwestlich Ulm wird die kurze
hochwirkungsvolle OU mit Anbindung der B311 an die autobahnähnliche
B30 Biberach-Ulm geplant. )
Staatssekretär Köberle 2010 bei einer
CDU-Veranstaltung in Bermatingen : „Wenn BW noch jemals eine
Autobahn bauen würde, dann zuerst die von Ulm nach Freiburg!“
Leider leiten Navigationssysteme unkundige
Fernreisende und die Transitfracht ab Engen immer noch weiter nach
Süden auf die oft überlastete B31/E54
am Bodensee entlang ( Übrigens auch zum ausgesprochenen Bedauern der
Straßenplaner im RegPräs Tübingen, die keinen Einfluss auf die
Routenempfehlung der Navigationsgeräte nehmen können. ). Es geht in
unserer Argumentation hier nicht um den berüchtigten St. Florian
(.... schon´ mein Haus, zünd´ andere an“.), sondern um
einen zu favorisierenden, anerkannt sinn- und wirkungsvollen
West-Ost-Korridor für eine solche Transit-Trasse für Schwerverkehr
im Südwesten von BW zwischen Freiburg und Ulm/Memmingen, den schon
1992 eine von unseren vier Regionalverbänden in Auftrag gegebene
Studie bei Bender&Stahl, Stgt. beschrieb, als die
Bodenseeautobahn A98 endgültig zugrabe getragen war. Diese Studie
wurde im gleichen Jahr vom RegPräs in Pfullendorf vorgestellt und
zum Ausbau empfohlen.
Der Bundesstraßenzug B311 ist im Gegensatz zu den
B31-Torsi am See bereits durchgängig befahrbar und der weitere
Ausbau incl. der B312 Richtung Memmingen/München steht im
vordringlichen Bedarf.

Es ist bei weitem nicht so, dass die
B31 am See entlastet wird, wenn es im Hinter-land die
„Hinterland-Trasse aus verknüpften Ortsumfahrungen“ gibt. Die
Kundigen und der regionale Gewerbeverkehr werden möglichst diese
Route fahren und der Transit-Schwerverkehr verbleibt auf der
Europastraße E54 am See. Jede
Ost-West-„Verbesserung“ der Leistungsfähigkeit wird sofort vom
Transit angenommen. Damit verschiebt sich auf der B31 am See das
Verhältnis der PKWs zu schweren LKWs – und die Uferorte und die
Tourismusbranche erfahren das Gegenteil einer Entlastung.

Richtig übel würde sich die
„Hinterland-Trasse aus verknüpften Ortsumfahrungen“ auf
Landschaft und Bewohner erst auswirken, wenn zur Entlastung des
Uferberei-ches der Schwerverkehr zwischen FN und ÜB dorthin
umgeleitet würde. Bei genauem Hinsehen wurden die Ortsumfahrungen
mit ihrem Regelquerschnitt nämlich genauso leistungsfähig ausgelegt
wie die bestehende B31 am See. Die Transitflut und der induzierte
Verkehr würden nochmals zunehmen, weil beide wie Wasser jede
mögliche Route annehmen.
Auch der Schwerverkehr
Ravensburg-Überlingen könnte beim Bau einer OU Urnau zulasten des
Hinterlandes besser umgeleitet werden. Man beachte die L204 durch das
Deggenhausertal, die nach ihrem westlichen Ausbau im Raum Salem
bereits +45% Zusatzverkehr mit überproportionalem
Schwerverkehrszuwachs bekam.
Damit unsere Landschaft und das
vorhandene Straßennetz vom Transit nicht überrollt werden, soll der
Bestand auch so bleiben. Es dürfen – wenn über-haupt – für den
Regionalverkehr ausschließlich noch Arrondierungen im Sinne von
„Ausbau vor Neubau“ vorgenommen werden. Zur Reduzierung des
Erhaltungsauf-wandes muß auch endlich mal über Rekultivierungen
gesprochen werden. Straßen haben wir anerkanntermaßen hier schon im
Überfluß.“Neubau nicht ohne Rückbau“!
Es gibt noch eine unangenehme
Festlegung seitens des RegPräs zulasten unserer Hinterland-Dörfer :
Eine bestehende Großraum-/Schwergut-Trasse auf der L205 soll -
entgegen der Planungsvorgabe an Straßenbauer - weiterhin durch die
Orte führen, auch wenn die Ortsumfahrungen gebaut würden. ( Diese
Großraum- / Schwergut-Trasse ist für 6 Meter Lichtraum, 80 Tonnen
Last und ca. 35 Meter lange Tieflader freizuhalten. ) Damit wäre ein
qualifizierter, bürgerfreundlicher Rückbau in den Orten nicht
möglich und ohne Verkehrslenkung könnten LKWs auch mit
Ortsumfahrungen noch durch die Orte fahren.
Juni 2011, Bob
Jürgensmeyer,
Mitglied bei
den Vereinigten Verkehrsinitiativen im Bodenseekreis, VVB
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