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Planer stellen Ortsumfahrung vor PDF Drucken E-Mail
Pressespiegel
(Ausgabe vom 19.03.2009)

Planer stellen Ortsumfahrung vor

In der Gemeinderatssitzung haben Vertreter des Regierungspräsidiums und der Fachbüros die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumfahrung Bermatingen vorgestellt. Rund 30 Zuhörer verfolgten die Ausführungen im neuen Bürgersaal in Ahausen, in dem Gemeinde- und Ortschaftsrat ihre jährliche Sitzung zum ersten Mal abhielten.

Bild: Lärm auf Rädern: Noch dominieren Autos das alltägliche Bild in Bermatingen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat die Öffentlichkeit sich ein Bild von der geplanten Ortsumfahrung machen können.
Bild: Lärm auf Rädern: Noch dominieren Autos das alltägliche Bild in Bermatingen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat die Öffentlichkeit sich ein Bild von der geplanten Ortsumfahrung machen können. 

BERMATINGEN (sto) "Ich finde es gut, dass Bürgermeister Martin Rupp die Öffentlichkeit zur Vorstellung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren eingeladen hat", sagte André Frank, der als Vertreter des Regierungspräsidiums den planerischen Teil der Ortsumfahrung (OU) vorstellte.

Im Vergleich zu der Planung aus dem Jahr 2005 haben sich nur kleine Änderungen ergeben. Der Korridor, in dem die Ortsumfahrung verlaufen soll, ist durch Schutzgebiete, Altlastgebiete und topografische Gegebenheiten sehr eingeschränkt. Burchard Stocks von der Planungsgruppe Süd und Wolfgang Schettler von der Entwicklungs- und Freiraumplanung Eberhard und Partner haben die Trasse von West nach Ost unter Umweltaspekten, Flora und Fauna, Gewässerverläufen und Schutzgebieten während der Sitzung vorgestellt. Einige Amphibien, Insekten, Vogelarten und Säugetiere, die in dem Bereich der geplanten Straße leben, sind vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste.

In die Planung aufgenommen worden ist auch eine Querungshilfe für Fledermäuse im Bereich des Unterwaldes. Diese strukturgebundenen Fledermäuse orientieren sich an gewachsenen Kanten. "Im Bereich Hegelwiesen gibt es seltene Amphibien bis hin zum Laubfrosch", sagte Schettler.

Zu den Zahlen von Modus Consult, die seit Jahren von den Gegnern der Straße angezweifelt werden, äußerte sich in der Sitzung Michael Dingler. Dingler erklärte, warum die Verkehrsschätzungen höher liegen, als sie tatsächlich eingetroffen sind. "Wenn wir im Zweifel etwas höhere Zahlen annehmen, liegt es daran, dass unsere Zahlen für die Gutachten relevant sind und sich die Maßnahmen zum Schutze der Anwohner danach richten", sagte er. Das prognostizierte Wirtschaftswachstum und die Siedlungspolitik in der Bodenseeregion sind auch mit in die Zählungen eingeflossen. Faktoren, die bei Zählungen von Gegnerseite nicht berücksichtigt werden.

 

Dennoch gab es auch kritische Stimmen zu den Zahlen, die in der Prognose bis zum Jahr 2010 mit 4000 Fahrzeugen zuviel sehr hoch gegriffen war. "Die Prognose bis 2010 ist überholt. Jetzt zählt die Prognose bis 2025", sagte Dingler. Fraktionsübergreifend sehen einige Ratsmitglieder den Knoten am Haslacher Kreuz als Fehlplanung an. Sichtschutz- und Lärmschutzmaßnahmen sind für Mitglieder des Gemeinderates ebenfalls verbesserungswürdig. Zusammenfassend erklärte Bürgermeister Martin Rupp: "Wesentliche Änderungen sind nicht getroffen worden. Die Planung ist gefestigt worden, um sie für das Planfeststellungsverfahren festzuzurren."

(Erschienen: 19.03.2009)